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„Hauptsache Disziplin! Das Pädagogische kommt dann schon?“ So heißt der Sommerkurs des Cifen, der am 28. August an der ULg stattfindet
„Dieses Jahr werden wir versuchen, Probleme anzugehen, die die Lehrer sehr beunruhigen und belasten“, kündigt der Veranstalter Jean-François Guillaume an, chargé de cours für Soziologie des öffentlichen Handelns und Didaktik der Sozialwissenschaften. „Wir werden uns mit Fragen befassen, die ihren Alltag betreffen, insbesondere mit einem Problem: dem Umgang mit einer Klasse. Es wird verschiedene Workshops geben, im Plenum oder in kleineren Gruppen, wo die Teilnehmer Gelegenheit haben, Problemsituationen aus dem Unterricht an der Sekundarschule zu analysieren.“ Im Zentrum steht dabei immer wieder dasselbe Thema : Autorität.
Früher war es für die Schüler „selbstverständlich“, aufzu-stehen, wenn der Lehrer hereinkam; so klar ist das heutzutage nicht mehr. „Sich auf den Begriff der Autorität zu beziehen, ist nicht unproblematisch. Dieser Begriff ist so stark politisch und ideologisch konnotiert, dass man die Sache damit manchmal erheblich schwieriger macht“, erklärt der Soziologe. „Viele glauben, dass Lehrer nur zurechtkommen, wenn sie eine ‘natürliche’ Autorität haben, oder dass ein Lehrer Autorität zeigen ‘muss’, um nicht die Kontrolle über die Klasse zu verlieren. Aber das alles ist heute nicht mehr so einfach.“ Ein Ziel der Tagung wird also, den Lehrern Mittel an die Hand zu geben, ihren Umgang mit der Klasse zu hinterfragen. „Die kulturelle Umgebung hat sich verändert, und die Schüler verändern sich auch“, sagt Jean-François Guillaume. „Sie fügen sich nicht mehr so einfach den Anweisungen des Lehrers, sie wollen die Gründe dafür verstehen, die Dinge müssen für sie einen klaren Sinn haben. Der Lehrer muss also besonders auf das achten, was im Zentrum seines Berufs steht: die didaktische Umsetzung. Er muss einen Ort und einen Moment des Lernens schaffen, eine Situation, wo der Schüler Subjekt des Lernprozesses sein kann und nicht mehr nur Objekt, und wo er versteht, was sein Ziel ist.“
Um den Begriff der Autorität besser hinterfragen zu können, sollen auf der Tagung auch Regeln näher untersucht werden, die eigentlich obsolet geworden sind, aber immer noch den Schulalltag prägen. „Wir sind überzeugt, dass der Lehrer nicht mehr versuchen sollte, seine Autorität zu zeigen, sondern vielmehr seinen Schülern helfen muss, Kompetenzen zu erwerben, mit denen sie sich an neue Situationen anpassen können“, erklärt der Didaktiker. „Man muss an der Schule eine Art von Lernen einführen, die mit neuen Herausforderungen vereinbar ist: zum Beispiel fähig zu sein eine Form der Arbeitsorganisation aufzunehmen, die eher auf Netzwerken beruht als auf einer tayloristischen Aufgabenteilung, oder in einer Welt, in der die Schule nicht mehr das Monopol für das Wissen beanspruchen kann, in der Lage zu sein, die verfügbaren Informationen kritisch zu verwenden.“
Der Sommerkurs des Cifen wird fast 250 Teilnehmer zusammenführen, die im Bereich der Grund- und Sekundarschule und der universitären Lehre arbeiten. „Wir wollen vor allem Fragen stellen, es geht uns nicht so sehr darum, Antworten zu geben“, sagt Jean-François Guillaume zum Schluss. „Die Fragen sollen den Lehren helfen, einen neuen Blick auf ihren Umgang mit der Klasse zu werfen und vielleicht auch, sich vor Schwierigkeiten zu schützen, die manchmal erheblich sein können, damit sie schließlich (wieder) Spaß am Unterrichten haben...“
Sophie Fafchamps
Traduction Céline Letawe
Am 28. August ab 9 Uhr in den Amphithéâtres de l’Europe (Raum 304). Anmeldung erwünscht vor dem 10. August (der Sommerkurs des Cifen wird vom Institut für Weiterbildung IFC anerkannt) Kontakt : Sekretariat des Cifen, Telefon 04.366.46.60, |
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